Syrrako, Ioannina

Geschichte und geografische Lage

Ein berühmtes und historisches Dorf, welches sich, auf einer Höhe von 1200 Metern,  52 km von Ioannina, der Hauptstadt von Epirus, entfernt befindet. Es ist auf einem abruptem Hang gebaut. Diese Lage, auf dem Berg Peristeri (Lakmos) der Gebirgskette Pindos, bietet natürliche Befestigung und Sicherheit. Pindos, der mythologische Sohn des Königs von Mazedonien, den seine Geschwister beneideten und die Einheimischen liebten. Auf dieser Gebirgskette ließ er seinen Namen und seinen letzten Atem, während die Hände seiner Geschwister in seinem Blut getränkt waren.

Sirrako und das Zwillinsdorf Kalarrites werden von einer tiefen Schlucht unvergleichlicher Schönheit getrennt, wodurch der Chrousias fließt, ein Nebenfluss des Arachtos.

Die Tradition besagt, dass der Name des Flusses einem Sohn des Achilles, Chrousio, zugrundeliegt, der dort ertrank, unwissend, dass die Wassermenge bei schlechtem Wetter plötzlich ansteigt.

Das Dorf wurde vor dem 15. Jh. (wahrscheinlich im 11. Jh.) von walachischsprachigen Griechen bewohnt. Zu dieser Annahme tragen verschiedene Daten bei, wie z.B. die Datierung der Platanen auf dem Dorfplatz.

Im Zeitraum der Türkenherrschaft (nach 1480) war Sirrako Hauptstadt des Bundes der Selbstverwaltung von Malakasi, welcher aus 42 Dörfern bestand, der dem Königreich (Walide Soultana) angehörte und das Privileg der guten Behandlung genoss. Zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich das Dorf in großem Maße.

Anfangs betrieben die Einwohner Viehzucht. Später dann  entwickelten sie sich mit Hilfe des Gewerbes der Wollstoffproduktion und Viehzuchtprodukten im Handel.


Die uralte Platane in Chorostasi


Traditionelles Haus


Das Haus von
K. Kristalli


Ioannis Kolettis, der erste konstitutionelle Ministerpräsident Griechenlands

Die riesigen Weideflächen (ca. 75.000 Dekar) hilft den Bewohnern die Zahl der Ziegen und Schafe auf viele Tausende zu bringen (50.000, anderen Angaben zufolge 75.000) und die großen Mengen an Produkten mit ihrem genialen Handelskonzept in die größten Handelszentren des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres (Italien, Frankreich, Spanien, Odessa, Moskau, Bukarest, Belgrad, Konstantinopel usw.) zu bringen. Der für Sirrako typische Umhang war sehr gefragt und man sagt heute noch, dass das Heer Napoleons sich großer Mengen eindeckte.

Die fremden Reisenden  Leake und Pouqueville, die 1815 und 1818 von  «Handelsverkehr und Wettstreit zu den besten europäischen Städten» in Sirrako sprechen, geben die Existenz wichtiger Bibliotheken und den Umlauf europäischer Zeitungen an, was außer der Handelsentwicklung, auf hohe geistige Entwicklung schließen lässt.

Sirrako und Kalarrites sind die einzigen Dörfer von Epirus, die im ersten Jahr der Revolution von 1821 mit 720 Familien und insgesamt 3.500 Einwohnern revoltieren. Die Türken zerstören und verbrennen fast das ganze Dorf, während die Einwohner es verlassen und flüchten, um sich zu retten (10.Juli 1821). Es wird behauptet, dass nur fünf Bauten aufrechterhalten worden sind, unter diesen der Tempel der Jungfrau Maria. Um 1825 kehren die Einwohner in das Dorf zurück (anderen Quellen zufolge um 1827-28), bauen es wieder auf und findet Teil seines alten Glanzes um 1860-70 wieder. 1854 wird eine zweite Revolution verzeichnet, welche jedoch frühzeitig ohne unglückliche Folgen beendet wird.

Der Fall des Wollprodukthandels und das Aufkommen synthetischer Materialien   (1908-10 ) beendet die Handelsaktionen der Bewohner und führt sie dazu, den Beruf zu wechseln. Damals gab es 530 Häuser und ca. 5.00 Einwohner.

Die Befreiung kam am 23. November 1912. In der Volkszählung von 1913 zählen Ioannina 17.000, Konitsa  2.000 und Sirrako 3.500 Einwohner.

Sirrako hat Griechenland besondere Männer beschert, die in vielen Bereichen führend waren und ihre Spuren im Laufe der Geschichte unauslöschlich gemacht haben. 

Einen besonderen Platz hat unter diesen der Prosaschriftsteller und Dichter des "Berges und des Pferches"  Kostas Kristallis (1868-1894), der Schöpfer des "Kreuzadlers", des "Schattens von Adou", der "Walachen des Pindosgebirges" und vielen anderen mehr.

Ioannis Kolettis (1774-1847). Erster konstitutioneller Ministerpräsident Griechenlands (1844 -1847), Mitglied der "Filiki Eteria", persönlicher Arzt Ali Paschas von Ioannina, Außen-, Marine- und Militärminister, Mitglied des dreiköpfigen Ausschusses nach dem Tod von Kapodistria, und vor seiner Ernennung zum Ministerpräsidenten, Botschafter Griechenlands in Paris.

Georgios Salokostas (1805- 1858) war Dichter und 1821 Mitkämpfer.

Die Partisanenführer Katsikojiannis, Lepeniotis u.a.,die Wohltäter G. Jianniotis, Sp. Baltatsis, G. Ikkos u.a. und viele andere Männer der Bildung, der Kunst und des Handels.

 

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